Hochschule dual - Bildungspartner der bayerischen Wirtschaft

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Neuigkeiten

24.07.2017

Empfehlungen des Hauptausschusses des BIBB zum dualen Studium

Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) beschloss Ende Juni 2017 
ein Positionspapier zum dualen Studium. In diesem werden duale Studiengänge als 
innovative Bildungsangebote zur Fachkräftesicherung hervorgehoben. Zudem gibt das Papier 
Empfehlungen ab, wie die Qualität der dualen Studienangebote weiter verbessert werden 
kann. Demnach sollen u.a. die institutionelle Verzahnung der Lernorte sowie die 
vertraglichen Grundlagen optimiert werden. Auch sollen die beteiligten Partner 
sicherstellen, dass die fachliche Breite der Ausbildung gesichert ist.

Folgende Anforderungen der Berufsbildung an das duale Studium werden formuliert: 

- Die beteiligten Partner sollen sicherstellen, dass die fachliche Breite der Ausbildung gesichert ist und das duale Studium somit auf breite Beschäftigungsfelder einschließlich einer Berufsausübung als Selbstständige vorbereitet und somit den Absolventinnen und Absolventen dualer Studiengänge eine möglichst große Arbeitsmarktmobilität sichert.

- Ein in einem dualen Studium erworbener Hochschulabschluss soll einem nicht-dualen Studienabschluss gleichwertig sein, also auch die Wissenschaftlichkeit und damit Zugangsmöglichkeiten in Masterstudienangebote bzw. eine anschließende Promotion sichern.

- Die Anschlussfähigkeit der Abschlüsse an eine berufliche Fortbildung soll gesichert sein.

- Der rechtlichen Rahmen des Hochschulzugangs für beruflich Qualifizierte ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung soll konsequenter auch für das duale Studium umgesetzt werden.

- Studienbegleitende Formate, also solche, die berufs-, ausbildungs-, oder praxisbegleitend sind, sollen zukünftig nicht mehr als „dual“ bezeichnet werden. Ihnen fehlen die zentralen Merkmale eines dualen Studiums: eine systematische inhaltliche, organisatorische und vertragliche Verzahnung der beteiligten Partner sowie eine klare Funktion des Betriebs als Lernort im Rahmen des Studiengangkonzepts.

- Bei der Einrichtung und Ausgestaltung dualer Studiengänge sollen neben den unmittelbaren Partnern auch weitere regionale Akteure sowie bei gegebenen Voraussetzungen die Studierenden mit einbezogen werden.

Um die Qualität von bestehenden und neu einzurichtenden Angeboten im Interesse der dual Studierenden und der kooperierenden Betriebe noch weiter zu verbessern, spricht der BIBB-Hauptausschuss weiterhin „Empfehlungen zu den Qualitätsdimensionen für duale Studiengänge als Praxisanregungen/Orientierungshilfe für Praxispartner, Hochschulen und Studierende“ aus. Insbesondere im Hinblick auf die Gestaltung der Praxisphasen benennt er dabei die Qualitätsdimensionen

- Institutionelle/organisatorische Verzahnung und Gestaltung der Lernorte 

- Theorie-Praxis-Verzahnung

- Vertragliche Grundlagen 

- Qualitätssicherung.

Zu allen vier Dimensionen führt der Hauptausschuss konkrete Anforderungen auf, die für das duale Studium aus Sicht der Berufsbildung berücksichtigt werden sollten. 

Der BIBB-Hauptausschuss, der auch als „Parlament der Berufsbildung“ bezeichnet wird, hat die gesetzliche Aufgabe, die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Berufsbildung zu beraten. Der Hauptausschuss ist zu gleichen Teilen mit Vertretern von Bund, Ländern sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen besetzt.

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung