Hochschule dual - Bildungspartner der bayerischen Wirtschaft

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Das Verbundstudium: ausbildungsintegrierend

Kennzeichen des Verbundstudiums ist die Verzahnung von Bachelorstudium an einer Hochschule und betrieblicher Lehre. Die Studierenden absolvieren parallel zum Hochschulstudium eine reguläre und vollwertig anerkannte Berufsausbildung (z. B. mit IHK-  oder HWK-Abschluss) in Ihrem Unternehmen.

Verbundstudium

Wie funktioniert das Verbundstudium?

Dauer: 4,5 Jahre - 27,5 Monate Praxis, zzgl. 3-monatige Bachelorarbeit
Abschlüsse: Bachelorabschluss und Berufsabschluss (B.A., B.Eng., B.Sc., LL.B.)

Die dual Studierenden sind von Anfang an Auszubildende in Ihrem Betrieb - und zwar bis zur Bekanntgabe des erfolgreichen Bestehens der Berufsabschlussprüfung bzw. bis zum Vertragsende des Berufsausbildungsvertrages. Anschließend sind die dual Studierenden weiterhin für vergütete Praxiseinsätze im Unternehmen.

  1. Im ersten Schritt entscheiden sich die Studieninteressierten für ein Studienfach, welches mit einer Berufsausbildung kombinierbar ist. Eine Übersicht aller Verbundstudiengänge an den bayerischen Hochschulen gibt es in unserer Datenbank
  2. Im Anschluss bewerben sich die Studieninteressierten um einen Platz für das duale Studium mit einem Unternehmen - vielleicht in Ihrem -, das mit der ausgewählten Hochschule im gewünschten Studienfach kooperiert.
    Welche Unternehmen ingesamt kooperieren, sehen Sie in unserer Datenbank Einige Unternehmen schalten zudem aktuelle Stellenanzeigen für das duale Studium in unserem Jobportal
  3. Konnten sich die Studieninteressierten erfolgreich einen Platz in Ihrem Unternehmen sichern, bewerben sie sich innerhalb der regulären Fristen um einen Studienplatz an der Hochschule.
  4. Nach einer Einstiegsetappe von bis zu 14 Monaten Berufsausbildung im Unternehmen beginnt das Studium an einer bayerischen Hochschule. Hochschul- und Praxisphasen (vor allem in Praxissemestern und vorlesungsfreier Zeit) wechseln sich ab diesem Zeitpunkt ab.
  5. Die IHK- / HWK-Prüfung (oder die anderer zuständiger Kammern) absolvieren Ihre dual Studierenden meist im Praxissemester, im 3. Ausbildungsjahr.
  6. Nach bestandener Prüfung vereinbaren Sie mit ihnen die weitere Zusammenarbeit individuell, der Übergang in die Berufstätigkeit ist fließend.
  7. Das duale Studium endet mit einer betriebsnahen Bachelorarbeit in Ihrem Unternehmen.

Beispiel: Zeitlicher Ablauf

 

Foto: EDAG Engineering AG in München (Bernhard Schmidt Photographie, München)

Wie ist man vertraglich abgesichert?

Vor Beginn des Verbundstudiums schließen Sie mit dem Bewerber oder der Bewerberin einen Vertrag über das duale Studium, in dem Art und Umfang der Praxiseinsätze, Vergütung und Urlaubsanspruch sowie alle weiteren Rahmenbedingungen geregelt sind, den Bildungsvertrag Verbundstudium (Muster)

Der Bildungsvertrag ist eine Ergänzung zum Berufsausbildungsvertrag der IHK der zusätzlich ausgefüllt werden muss und von den Industrie- und Handelskammern ins Verzeichnis eingetragen wird.

Verträge für das Handwerk sind direkt bei den Handwerkskammern erhältlich.
Einen Musterbildungsvertrag für das Verbundstudium Betriebswirtschaft mit einer Ausbildung zum/r Steuerfachangestellten erhalten Sie bei der jeweiligen Steuerberaterkammer.

Nicht vergessen:
Darüber hinaus klären Sie als Unternehmen mit Ihrer Kooperationshochschule die wichtigsten Eckpfeiler des dualen Studiums (z. B. Niveau der Praxisausbildung, Zugangs- und Zulassungsvoraussetzungen für das Studium). Diese Absprache mit der Hochschule kann in mündlicher oder schriftlicher Form (Kooperationsvereinbarung) erfolgen. Bitte nehmen Sie hierzu Kontakt mit Ihrer Hochschule auf. Gern unterstützen wir Sie!

Welche Regelungen gibt es zur Sozialversicherungspflicht?

Mit Inkrafttreten des Vierten Gesetzes zur Änderung des Vierten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze vom 22. Dezember 2011 (veröffentlicht im Bundesgesetzblatt Nr. 71 vom 29.12.2011, Seite 3057 ff) gilt:

Die Teilnehmer/innen an dualen Studiengängen werden den zur Berufsausbildung Beschäftigten gleichgestellt und sind als solche einheitlich für die gesamte Dauer des entsprechenden Studiengangs der Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung unterstellt. Die gesetzlichen Regelungen traten am 1. Januar 2012 in Kraft und gelten bundesweit.

Vgl. 4. Gesetz zur Änderung SGB IV (Sozialversicherungspflicht Studierende), S. 3058f.

Wie sieht die Vergütung aus?

Die Höhe der Vergütung orientiert sich am regulären Ausbildungsgehalt in Ihrem Unternehmen. Eine Vergütung ist für alle betrieblichen Phasen obligatorisch, für die Theoriephasen an der Hochschule ist eine Vergütung sehr zu empfehlen.

Nach abgeschlossener Berufsausbildung vereinbaren Sie das Entgelt mit den dual Studierenden individuell.
Bachten Sie für die Zeit bis zum Ende des dualen Studiums (Bachelorabschluss) die geltende Mindestlohnregelung

Besuchen die Verbundstudierenden die Berufsschule?

Die Vorbereitung auf die Berufsabschlussprüfung ist unterschiedlich geregelt:

  • Die dual Studierenden besuchen die reguläre Berufsschulklasse im ersten Ausbildungsjahr. Im zweiten und dritten Jahr erfolgt die Vorbereitung im Eigenstudium.
  • Alternativ bieten einzelne Berufsschulen eigene Berufsschulfachklassen oder Sonderkurse für dual Studierende im ersten, zweiten und dritten Jahr an. Dabei sind Berufsschul- und Hochschulplan aufeinander abzustimmen.

Zu beachten: (Fach-)Abiturienten sind berufsschulberechtigt, nicht berufsschulpflichtig.

Spezielle Zulassungsbedingungen für das Verbundstudium

1) Vorwegzulassung
Beginnt der Studiengang Ihrer Verbundstudierenden mit einer 12- bis 14-monatigen Ausbildungsphase in Ihrem Unternehmen vor Antritt des Hochschulstudiums, können sie sich dennoch schon ein Jahr vor Aufnahme des Studiums um einen Studienplatz bewerben. Die angenommenen dual Studierenden erhalten dabei einen Zulassungsbescheid vor Beginn der Berufsausbildung (Vorwegzulassung). Falls der Studiengang einen NC verlangt, gilt der NC zum Zeitpunkt der Studienplatzbewerbung (relevant ist damit der ein Jahr vor der tatsächlichen Studienaufnahme geltende NC).

Haben die dual Studierenden ihren Zulassungsbescheid vor Beginn der Berufsausbildung erhalten, müssen sie sich ein zweites Mal im darauf folgenden Jahr bei der Hochschule innerhalb der Fristen bewerben mit Nachweis ihrer Verträge über das duale Studium und ihres bereits erworbenen Zulassungsbescheids sowie allen weiteren Unterlagen.

Natürlich können sich Ihre Verbundstudierenden auch mitten im ersten Ausbildungsjahr um einen Studienplatz an der Hochschule bewerben.
 
2) Vier-Prozent-Klausel
An den Hochschulen sind 4 % aller Studienplätze für Verbundstudierende reserviert. Wird diese Quote an der jeweiligen Hochschule unterschritten, können NC oder andere Zulassungsbedingungen entfallen.

Welche Vorteile hat Ihr Unternehmen durch das Verbundstudium?

  • Berufsausbildung und Studium werden kombiniert, so dass dual Studierende, die das firmenspezifische Know-how schon während der Studienzeit im Betrieb einsetzen, eine Schnittstelle zwischen den gewerblichen und akademischen Arbeitswelten bilden können.
  • Durch den Doppelabschluss verlieren Sie Ihre guten Auszubildenden nicht an ein späteres Studium und können Ihren Nachwuchs im Unternehmen halten.
  • Ihr Betrieb spart Ressourcen, da die Grund- und Fachstufe der beruflichen Bildung durch die Berufsschule umgesetzt werden kann.
  • Bricht ein/e dual Studierende/r das Studium ab, kann sie/er Ihrem Betrieb dennoch erhalten bleiben und den berufsqualifizierenden Abschluss erwerben.

Weitere Vorteile des dualen Studiums

Sie wollen Unternehmenspartner werden?

Sie möchten das Verbundstudium ins Ausbildungsprogramm Ihres Unternehmens aufnehmen?

Hilfreiche Informationen, angefangen von der Auswahl des Studienmodells bis hin zur Zusammenarbeit mit der Hochschule und der Bewerbung Ihrer vakanten Stellen, finden Sie unter "Unternehmenspartner werden"