Hochschule dual - Bildungspartner der bayerischen Wirtschaft

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FAQ - Fragen zum dualen Studium

Was bedeutet „duales Studium“?

"Duales Studium" bedeutet, dass ein Hochschulstudium mit betrieblicher Praxis bzw. Berufsausbildung kombiniert wird. Das heißt es gibt zwei Lernorte: Hochschule und Unternehmen. Die Unternehmen schließen mit ihren dual Studierenden Ausbildungsverträge für die Laufzeit des Studiums ab und die Studierenden sind regulär an der Hochschule immatrikuliert.

Was ist hochschule dual?

Unter der Marke hochschule dual werden die dualen Studienangebote aller 17 staatlichen bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie die von zwei Hochschulen in kirchlicher Trägerschaft zusammengefasst. Inzwischen gibt es bei hochschule dual hunderte verschiedene qualitativ hochwertige duale Studienangebote, die sich an einheitlichen Qualitätsstandards orientieren. hochschule dual wurde als Initiative der Hochschulen (Hochschule Bayern e. V.) 2006 ins Leben gerufen und wird getragen vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (StMBW).

In welchen Studienfeldern gibt es duale Studienangebote?

Duale Studienangebote gibt es überwiegend im technischen und kaufmännischen Bereich sowie vereinzelt auch im Medien- und Sozialbereich und in Informatik. Die Einführung weiterer dualer Studienangebote ist geplant.
 

Die Studienfelder:

  • Ingenieurwissenschaften
  • Wirtschaftswissenschaften
  • Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik
  • Sozial- und Gesundheitswesen
  • Agrar- und Forstwissenschaften

 

Folgende Abschlüsse sind möglich:

  • Bachelor of Arts (B.A.)
  • Bachelor of Engineering (B. Eng.)
  • Bachelor of Science (B. Sc.)
  • Bachelor of Laws (LL.B.)
  • Master of Arts (M.A.)
  • Master of Engineering (M. Eng.)
  • Master of Science (M. Sc.)
  • Master of Laws (LL.M.)
  • Master of Business Administration (MBA)

Eine aktuelle Übersicht über alle dualen Studienangebote der Hochschulen inklusive der Ansprechpartner und der teilnehmenden Unternehmen erhalten Sie in unserer Datenbank

Welche dualen Studienmodelle gibt es?

Was versteht man unter "Verbundstudium"?

Hierunter wird die Kombination aus einem Studium an einer Hochschule und einer parallel absolvierten Berufsausbildung in einem Unternehmen verstanden. Die Berufsausbildung ist von der IHK/HWK vollständig anerkannt und entspricht der gültigen Ausbildungsverordnung. Entsprechend gilt die Formel:

Reguläres Bachelorstudium an der Hochschule + Berufsausbildung im Unternehmen + qualifizierte Praxistätigkeiten, die auf den späteren Aufgabenbereich im Unternehmen vorbereiten + Erstellung der Bachelorarbeit (i. d. R. zum Teil im Betrieb). Dauer: 4,5 Jahre Regelstudienzeit.

Die betrieblichen Einsätze verteilen sich auf Praxisphasen, die dem Studium vorgeschaltet sind, auf die Semesterferien (vorlesungsfreie Zeit), das Praxissemester und die Zeit der Abschlussarbeit. Die Berufsabschlussprüfung findet in der Regel im 3. Jahr statt.

Die Vorbereitung auf die Berufsabschlussprüfung ist unterschiedlich geregelt. Folgende Möglichkeiten gibt es:
  • Berufsschulunterricht (Variante 1): Integration der dual Studierenden in die reguläre Azubiklasse im ersten Lehrjahr - hier kann unter Umständen gleich das 2. Schuljahr besucht werden. Im zweiten und dritten Lehrjahr erfolgt die Vorbereitung durch Eigenstudium. Alte Prüfungsunterlagen können zur Vorbereitung bei verschiedenen Verlagshäusern angefordert werden – Auskunft dazu erhalten Sie von der zuständigen Kammer. (häufigste Variante)
  • Berufsschulunterricht (Variante 2): Beschulung der dual Studierenden in eigener Berufsschulfachklasse für dual Studierende im ersten, zweiten und dritten Lehrjahr. Berufsschulunterricht und Hochschulplan sind aufeinander abgestimmt. Die Einrichtung einer eigenen Fachklasse ist nur mit 16 Teilnehmer/innen pro Studienangebot & Ausbildungsberuf im Studienjahr möglich. In der Startphase genehmigt das Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst eine kleinere Anzahl (ca. 12 Teilnehmer/innen).

Zu beachten: (Fach-)Abiturienten sind berufsschulberechtigt, nicht berufsschulpflichtig.

Der Hochschulstundenplan entspricht in den meisten Fällen dem des regulären nicht dualen Studiums, so dass dual Studierende gemeinsam mit nicht dual Studierenden dieselben Vorlesungen und Seminare besuchen. So erhalten die dual Studierenden eine breite qualitativ hochwertige anwendungsorientierte Theorieausbildung und erwerben durch die zusätzlichen umfangreichen Praxiseinheiten im Unternehmen ein großes Portfolio an beruflichen Handlungskompetenzen.

Die Vorteile für Unternehmen auf einen Blick:

  • Frühzeitige Sicherung von hochqualifizierten, leistungsmotivierten Nachwuchskräften, die einen Doppelabschluss mitbringen (Berufsabschluss + akademischer Hochschulabschluss)
  • Produktive und verantwortungsvolle Arbeit der jungen Menschen im Unternehmen bereits im Studium: Einarbeitung nach dem Studium entfällt
  • Vermittlung wichtiger Schlüsselkompetenzen an die Studierenden in der Praxis
  • Sehr lange Kennenlernphase - es bleibt genügend Zeit, um den optimalen Einsatzbereich des späteren Absolvent/innen herauszufinden
  • Starke Verbundenheit der Studierenden bzw. Absolvent/innen mit ihrem Unternehmen
  • Dreimal so viel Praxis- und Unternehmenserfahrung der dualen Studienabsolvent/innen im Vergleich zu nicht dualen Studienabsolvent/innen – und das bei gleicher Hochschulausbildung
  • Intensive Kontakte zwischen Unternehmen und Hochschulen, Vertiefung des Technologie- und Wissenstransfers
  • Der Doppelabschluss bedeutet auch: kein Verlust mehr von guten Auszubildenden an ein späteres Studium – das Studienprogramm mit integrierter Berufsausbildung zieht leistungsmotivierte junge Menschen an, dem Unternehmen bleibt der eigene Nachwuchs erhalten

Was versteht man unter "Studium mit vertiefter Praxis"?

Hierunter wird die Kombination aus intensiver Praxis im Betrieb und Studium an einer Hochschule verstanden. Die Studierenden sammeln parallel zum regulären Bachelor- oder Masterstudium an der Hochschule umfassende Praxiserfahrung. Eine Berufsausbildung wie beim Verbundstudium ist kein Bestandteil. Beim Studium mit vertiefter Praxis gelten folgende Formeln:

Bachelor: Reguläres Bachelorstudium an der Hochschule + intensive Praxis im Unternehmen mit eigenen Projekten + Vorbereitung auf den späteren Aufgabenbereich im Unternehmen + Bachelorarbeit (i. d. R. zum Teil im Betrieb). Dauer des Bachelorstudiums: 3,5 Jahre.

Master: Reguläres Masterstudium an der Hochschule + intensive Praxis im Unternehmen mit eigenen Projekten + Vorbereitung auf den späteren Aufgabenbereich im Unternehmen + Masterthesis (im Betrieb). Dauer des Masterstudiums: 1,5 bis 2 Jahre in Vollzeit sowie 2,5 bis 3 Jahre in Teilzeit.

Die betrieblichen Einsätze verteilen sich auf Praxisphasen, die dem Studium vorgeschaltet sind, auf die Semesterferien (vorlesungsfreie Zeit), das Praxissemester und die Zeit der Abschlussarbeit. Der Stundenplan entspricht in den meisten Fällen dem des regulären nicht dualen Studiums, so dass dual Studierende gemeinsam mit nicht dual Studierenden dieselben Vorlesungen und Seminare besuchen. So erhalten die dual Studierenden eine breite qualitativ hochwertige anwendungsorientierte Theorieausbildung und erwerben durch die zusätzlichen umfangreichen Praxiseinheiten im Unternehmen ein großes Portfolio an beruflichen Handlungskompetenzen.

Die Vorteile für Unternehmen auf einen Blick:

  • Frühzeitige Sicherung von hochqualifizierten, leistungsmotivierten Nachwuchskräften
  • Produktive und verantwortungsvolle Arbeit der jungen Menschen im Unternehmen bereits im Studium: Einarbeitung nach dem Studium entfällt
  • Vermittlung wichtiger Schlüsselkompetenzen an die Studierenden in der Praxis
  • Umfassende Kennenlernphase - es bleibt genügend Zeit, um die optimale Einsetzbarkeit des späteren Absolvent/innen herauszufinden
  • Starke Verbundenheit der Studierenden bzw. Absolvent/innen mit ihrem Unternehmen
  • I.d.R. doppelt so viel Praxis- und Unternehmenserfahrung der dualen Studienabsolvent/innen im Vergleich zu nicht dualen Studienabsolvent/innen – und das bei gleicher Hochschulausbildung
  • Intensive Kontakte zwischen Unternehmen und Hochschulen, Vertiefung des Technologie- und Wissenstransfers
  • Auch geeignet für Nachwuchskräfte mit bereits abgeschlossener Berufsausbildung, die ein Studium absolvieren möchten > der Nachwuchs bleibt dem Unternehmen erhalten

Was ist das Stipendiatenmodell (I.C.S.)?

Hierbei handelt es sich um ein Sondermodell des Studiums mit vertiefter Praxis, bei dem die Hochschule dem Unternehmen die besten Studierenden für die betrieblichen Praxiszeiten empfiehlt. Mit den Studierenden wird ein Fördervertrag abgeschlossen. Sie absolvieren mindestens sieben Praxismonate im Unternehmen. Das Auswahlverfahren findet meist im 3. Semester statt. Die Teilnahme am Stipendiatenmodell ist an ausgewählten Hochschulen (z. B. Augsburg, München, Nürnberg, Würzburg-Schweinfurt, Landshut) möglich. Ein Großteil der Angebote läuft über den Förderverein I.C.S. (International Co-operative Studies, siehe auch www.ics-ev.de). Hier gilt die Formel:

Reguläres Bachelorstudium an der Hochschule + Auswahl hervorragender Studierender durch die Hochschule + Praxis im Unternehmen mit eigenen Projekten + Vorbereitung auf den späteren Aufgabenbereich im Unternehmen + Bachelorarbeit (zum Teil im Betrieb). Dauer: 3,5 Jahre, Förderzeit: 1,5 bis 2 Jahre.

Die betrieblichen Einsätze verteilen sich auf die Semesterferien (vorlesungsfreie Zeit), das Praxissemester und die Zeit der Abschlussarbeit. Der Stundenplan entspricht dem des regulären nicht dualen Studiums, so dass Studierende im I.C.S.-Fördermodell gemeinsam mit regulären Studierenden dieselben Vorlesungen und Seminare besuchen. Auf diese Weise erhalten die dual Studierenden eine breite qualitativ hochwertige anwendungsorientierte Theorieausbildung und erwerben durch die zusätzlichen Praxiseinheiten im Unternehmen ein großes Portfolio an beruflichen Handlungskompetenzen.

Weitere Informationen unter www.ics-ev.de

Die Vorteile für Unternehmen auf einen Blick:

  • Frühzeitige Sicherung von hochqualifizierten, leistungsmotivierten Nachwuchskräften
  • Vorauswahl hervorragender Studierender durch die Hochschule
  • Lange Kennenlernphase, es bleibt genügend Zeit, um die optimale Einsetzbarkeit des späteren Absolvent/innen herauszufinden
  • Vermittlung wichtiger Schlüsselkompetenzen an die Studierenden in der Praxis
  • Mindestens 50% mehr Praxis als im nicht dualen Studium - und das bei gleicher Hochschulausbildung

Welches der Bachelor-Studienmodelle wird am häufigsten gewählt?

Derzeit sind zwei Drittel der Studierenden im Modell Verbundstudium und ein Drittel der Studierenden im Modell Studium mit vertiefter Praxis eingeschrieben. Etwa zehn Prozent der Studierenden im Modell Studium mit vertiefter Praxis absolvieren das Stipendiatenmodell.