Hochschule dual - Bildungspartner der bayerischen Wirtschaft

Bildungspartner der bayerischen Wirtschaft

Unternehmen

FAQ - Organisatorisches und Vertragliches

An wen kann ich mich wenden, wenn ich ein duales Studium anbieten möchte?

Wenden Sie sich an die Geschäftsstelle von hochschule dual
Tel: +49 89 5404137-12
info@hochschule-dual.de

oder an die Hochschule, mit der Sie kooperieren möchten.

Die Kontaktdaten der Hochschulansprechpartner für jedes duale Studienangebot erhalten Sie in der Datenbank

Welche Schritte sind zu beachten, wenn ich als Unternehmen ein duales Studium anbieten möchte?

    1. Personalbedarf im Unternehmen ermitteln
    2. Erfahrungsaustausch mit Unternehmen durchführen, die bereits ein duales Studium anbieten
    3. Voraussetzungen für ein duales Studium überprüfen
    4. Individuell passendes duales Studienprogramm zusammenstellen nach Studienmodell, Studienfächern und passenden Hochschulen - einen Überblick aller dualen Studienangebote gibt es in der Datenbank von hochschule dual
    5. Kostenplanung durchführen und Aufwendungen kalkulieren
    6. Kontakt mit der Hochschule oder mit mehreren Hochschulen aufnehmen
    7. Zusammenarbeit mit den Hochschulen vereinbaren (ggf. über eine schriftliche Kooperationsvereinbarung)
    8. Für das Verbundstudium Kontakt mit der Kammer aufnehmen
    9. Stellenausschreibung starten und passende Bewerber/innen auswählen
    10. Betrieblichen Plan über die Praxisphasen erarbeiten
    11. Vertrag über das duale Studium (Studium mit vertiefter Praxis bzw. Verbundstudium) anfertigen
    12. Vertrag mit den ausgesuchten Kandidat/innen abschließen
    13. Bewerbung Ihrer Kandidat/innen an der Hochschule um einen Studienplatz unterstützen (Bewerbungsfrist Wintersemester Bachelorstudiengang: 02. Mai – 15. Juli; Bewerbungsfrist Sommersemester Bachelorstudiengang: Mitte November – 15. Januar)
    14. Hinweis: Die Studierenden müssen sich nach jedem Semester an der Hochschule rückmelden, um nicht exmatrikuliert zu werden (Rückmeldepflicht)
    Alle Schritte werden in der Broschüre von hochschule dual „Talent Partner - Direkt zum Talent mit hochschule dual“ erläutert. Diese kann kostenlos bestellt werden unter info@hochschule-dual.de
    hochschule dual steht Ihnen außerdem bei allen Fragen gerne zur Verfügung (Tel: +49 89 5404137-12).

    Müssen die Studienanwärter/innen ihren Ausbildungsvertrag bei der Bewerbung um den Studienplatz an der Hochschule einreichen?

    Ja! In Einzelfällen kann er nachgereicht werden.

    Wie sieht ein Ausbildungsvertrag für ein duales Studium aus?

    Der Vertrag muss den gesetzlichen Anforderungen entsprechen und kann insbesondere Aussagen über Inhalt und Dauer der Tätigkeit, Vergütung, Urlaub, Arbeitszeit, Pflichten des ausbildenden Unternehmens, Pflichten der dual Studierenden, Aussagen zur Versicherungspflicht, Klauseln zur Probezeit sowie Klauseln zum Vertragsende beinhalten. Musterverträge für das Verbundstudium wie auch für das Studium mit vertiefter Praxis stehen als Download auf dieser Website zur Verfügung. Musterverträge für das Verbundstudium erhalten Sie daneben auch bei den Kammern. Der Bildungsvertrag zum dualen Studium ergänzt im Verbundstudium den Berufsausbildungsvertrag.

    Sind Bindungsklauseln und Rückzahlungsklauseln zulässig?

    Es ist möglich, Bindungsklauseln und Rückzahlungsklauseln wirksam zu vereinbaren. Die Rückzahlungsvereinbarungen sind jedoch grundsätzlich einer AGB-rechtlichen Kontrolle nach den §§ 305 ff. BGB zu unterziehen.

    Zu prüfen ist, ob die Rückzahlungsverpflichtung den Studierenden im Einzelfall unangemessen benachteiligt oder nicht. Bei der Prüfung der Wirksamkeit der Rückzahlungsklausel kommt es insbesondere darauf an, auf wessen Veranlassung und zu welchem Zeitpunkt das Studium beendet wird. Grundsätzlich muss die Rückzahlungsklausel eine Regelung enthalten, wonach dem/der Studierenden nach Abschluss des dualen Studiums ein adäquater Arbeitsplatz angeboten wird. Eine Rückzahlungsverpflichtung scheidet in jedem Fall aus, wenn der/die Arbeitgeber/in dem/der Studierenden nach Abschluss des dualen Studiums kein Arbeitsangebot macht. In dem Fall, in dem der/die Studierende das Unternehmen vor dem Ende des dualen Studiums auf eigenen Wunsch verlassen will, kann eine Rückzahlungsvereinbarung gerechtfertigt sein. Gleiches gilt dann, wenn eine verhaltensbedingte Kündigung gegenüber dem/der Studierenden aufgrund einer Verletzung von vertraglichen Pflichten ausgesprochen wird. Eine Rückzahlungsverpflichtung soll ausscheiden, wenn die Prüfung nicht bestanden wurde, obwohl der/die Studierende seine intellektuellen Möglichkeiten ausgeschöpft hat. Es ist im Einzelfall zunächst zu prüfen, ob die Rückzahlungsvereinbarung überhaupt wirksam vereinbart wurde. Sodann ist zu prüfen, ob der/die Arbeitgeber/in einen Anspruch auf Rückzahlung der Studiengebühren hat.

    Häufig liegt auch der Fall vor, dass eine Rückzahlungsverpflichtung gegen das Transparenzgebot des § 307 Abs. 1 S. 2 verstößt, wenn sie nicht eindeutig und klar formuliert ist. Die Studierenden müssen wissen, unter welchen Voraussetzungen und in welcher Höhe sie ggf. zur Rückzahlung verpflichtet werden können. Es ist daher zu empfehlen, die Rückzahlungsvereinbarung so genau wie möglich zu formulieren.

    Haben dual Studierende Anspruch auf Urlaub?

    Im Verbundstudium
    Dual Studierende haben im Verbundstudium während der Ausbildung den gleichen Urlaubsanspruch wie klassische Auszubildende in dem jeweiligen Betrieb (bei einer Vollzeit-Tätigkeit).

    Grundsätzlich gilt das Bundesurlaubsgesetz. Der Urlaub ist im Bundesurlaubsgesetz in Werktagen angegeben. Studierende haben gesetzlich Anspruch auf mindestens 24 Werktage bzw. 20 Arbeitstage bezahlten Erholungsurlaub im Jahr (sog. Vollurlaub). Als Werktage gelten per Gesetz die Tage Montag bis Samstag (Sechs-Tage-Woche!). Ist vertraglich vereinbart, dass die regelmäßige Arbeitszeit auf fünf Arbeitstage je Woche verteilt ist, also der Urlaub nicht nach Werktagen, sondern Arbeitstagen bemessen ist, erfolgt eine entsprechende Umrechnung. Es existiert in diesem Fall ein Mindesturlaubsanspruch von 20 Arbeitstagen. Bei einer z. B. Vier-Tage-Woche ergäbe sich ein Mindesturlaubsanspruch von 16 Arbeitstagen, d. h. 4/6 des Vollurlaubs.
    Nach Bestehen der Abschlussprüfung der IHK/HWK greift die vertragliche Regelung für die Zeit nach der abgeschlossenen Berufsausbildung sowie das Bundesurlaubsgesetz.
    Urlaub wird üblicherweise während der Praxiszeit genommen. Vorlesungsfreie Tage während des Semesters können auf den Urlaub angerechnet werden. Der Urlaub kann anteilig für die tatsächliche Praxiszeit berechnet werden, dann entfällt die Anrechnung von vorlesungsfreien Tagen während des Semesters.

    Ist der Urlaubsanspruch tariflich geregelt und der Tarifvertrag anwendbar, so gilt diese Regelung auch für Verbundstudierende.

    Im Studium mit vertiefter Praxis
    Im Studium mit vertiefter Praxis empfiehlt sich zur Berechnung der Urlaubstage eine Anlehnung an die Qualitätsstandards von hochschule dual. hochschule dual empfiehlt einen Mindesturlaub von zehn Tagen während der Praxiszeit. Grundsätzlich gelten auch hier das Bundesurlaubsgesetz und der gesetzliche Mindesturlaub.

    Wie ist die Vergütung im dualen Studium geregelt?

    Eine Vergütung ist für alle betrieblichen Phasen obligatorisch, für die Theoriephasen an der Hochschule ist eine Vergütung sehr zu empfehlen.

    Während der Ausbildung entspricht die Vergütung der Vergütung eines/r klassischen Auszubildenden. Für die Zeiten der betrieblichen Praxis- und Studienphasen, die nach der Bekanntgabe über das Bestehen der Abschlussprüfung (AP Teil 2) bei der zuständigen Stelle liegen, empfehlen wir ebenso die Beachtung eines eventuellen einschlägigen Tarifvertrages TV bzw. des Mindestlohns.
    Beim Studium mit vertiefter Praxis ist zu empfehlen, dass die Vergütung anfangs mindestens 80%, ab dem dritten Semester 100% der Vergütung entsprechender Ausbildungsberufe im zweiten Ausbildungsjahr beträgt.

    Bitte beachten: Seit 1.1.2015 gilt das Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns (MiLoG).
    Die zusätzlichen Praxisphasen (Semesterferien) empfehlen wir mit dem gesetzlichen Mindestlohn zu vergüten, da diese aktuell unter keine hochschulrechtlichen Bestimmungen (Studien- und Prüfungsordnung) fallen. Unter hochschulrechtliche Bestimmungen fallen derzeit die Vorpraxis, das Praxissemester und die Praxiszeit zum Schreiben der Bachelorarbeit. Gegebenenfalls kann eine Kooperationsvereinbarung zwischen Unternehmen und Hochschule als hochschulrechtliche Bestimmung gelten und eine Ausnahme vom Mindestlohn begründen. Weitere Hinweise zum Mindestlohn

    Werden die Studienbeiträge beim dualen Studium vom Unternehmen automatisch übernommen?

    Die Studienbeiträge wurden zum Wintersemester 2013/14 in Bayern abgeschafft. Es fallen lediglich Studentenwerksbeiträge von 42 bzw. 52 Euro pro Semester an.

    Sind duale Studienangebote sozialversicherungspflichtig?

    Ab 01.01.2012 sind sowohl Verbundstudiengänge als auch Studiengänge mit vertiefter Praxis sozialversicherungspflichtig. Das bedeutet unter anderem, dass Beiträge zu allen Zweigen der Sozialversicherung (Arbeitslosen-, Rentenversicherung-, Pflege- und Krankversicherung) anfallen.

    Gibt es auch Kooperationsverträge zwischen Unternehmen und Hochschule?

    Dies hängt von der jeweiligen Hochschule ab. Die meisten Hochschulen schließen Kooperationsvereinbarungen mit den Unternehmen ab. Generell sind beide Bildungspartner, d.h. die Unternehmen und die jeweilige Hochschule, verpflichtet, für eine qualitativ hochwertige Ausbildung des Studierenden zu sorgen.

    hochschule dual empfiehlt den Abschluss von schriftlichen Kooperationsvereinbarungen mit den Hochschulen.

    Qualitätsstandards von hochschule dual

    Wie viele dual Studierende gibt es pro Studiengang? Muss das Unternehmen eine Mindestanzahl an dual Studierenden entsenden?

    Die Mehrheit der dualen Studienangebote von hochschule dual ist so konzipiert, dass die Praxiseinsätze die regulären theoretischen Semester ummanteln. Damit tangiert die Praxiszeit den regulären Stundenplan an der Hochschule nicht (s.o. Studienmodelle). Dies sichert maximale Flexibilität: Sowohl das Verbundstudium als auch das Studium mit vertiefter Praxis sind dann bereits mit einem dual Studierenden pro Studienjahrgang möglich.

    Ausnahmen:
    • In ausgewählten dualen Studienangeboten vereinbaren die Hochschulen mit ihren Unternehmenspartnern eine Mindestzahl an dual Studierenden, die pro Jahrgang und pro Unternehmen ins Studium entsendet werden sollen.
    • Vereinzelt gibt es duale Studiengänge, die ausschließlich dual studierbar sind. Hier sind die Praxiszeiten fest ins Curriculum integriert. Eine Mindestzahl von ca. 20 bis 40 dual Studierenden pro Jahrgang ist erforderlich. Wie viele dual Studierende ein Unternehmen mindestens stellen sollte, hängt von der Anzahl aller Unternehmenspartner und ggf. Kooperationsvereinbarungen mit der Hochschule ab. Beispiel: Verbundstudium Pflege (Hochschule München, Evangelische Hochschule Nürnberg, Katholische Stiftungsfachhochschule München).
    • Einige Verbundstudienangebote sehen zur optimalen Vorbereitung auf die Berufsabschlussprüfung eine eigene Berufsschulklasse für dual Studierende vor. Für das Zustandekommen dieser Fachklasse sind mindestens 16 Teilnehmer/innen, in Ausnahmefällen auch 12 Teilnehmer/innen, erforderlich. Wie viele dual Studierende ein Unternehmen mindestens stellen sollte, hängt von der Anzahl aller Unternehmenspartner und ggf. Kooperationsvereinbarungen mit der Hochschule ab.

    Besuchen dual Studierende im Verbundstudium die Berufsschule?

    Dual Studierende müssen nicht zwangsläufig die Berufsschule besuchen. (Fach-) Abiturienten sind berufsschulberechtigt, aber nicht berufsschulpflichtig. In Abhängigkeit vom jeweiligen dualen Studienangebot gibt es unterschiedliche Möglichkeiten zur Vorbereitung auf die Berufsabschlussprüfung:
    • Berufsschulunterricht (Variante 1): Integration der dual Studierenden in die reguläre Azubiklasse im ersten Lehrjahr - hier kann unter Umständen gleich das 2. Schuljahr besucht werden. Im zweiten und dritten Lehrjahr erfolgt die Vorbereitung durch Eigenstudium. Alte Prüfungsunterlagen können zur Vorbereitung bei verschiedenen Verlagshäusern angefordert werden – Auskunft dazu erhalten Sie von der zuständigen Kammer. (häufigste Variante)
    • Berufsschulunterricht (Variante 2): Beschulung der dual Studierenden in eigener Berufsschulfachklasse für dual Studierende im ersten, zweiten und dritten Lehrjahr. Berufsschulunterricht und Hochschulplan sind aufeinander abgestimmt. Die Einrichtung einer eigenen Fachklasse ist nur mit 16 Teilnehmer/innen pro Studienangebot & Ausbildungsberuf im Studienjahr möglich. In der Startphase genehmigt das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst eine kleinere Anzahl (ca. 12 Teilnehmer/innen). Eigene Berufsschulklasse im Verbundstudium
    • Eigenstudium
    • Seminare im Unternehmen
    • Überbetriebliche Schulungen

    Sind auch Auslandsaufenthalte im dualen Studium möglich?

    Ja. Zum einen sind Praxis-Auslandsaufenthalte z. B. im Praxissemester über das Unternehmen ideal und äußerst begrüßenswert. Zum anderen sind Auslandssemester über die Hochschule möglich. Die Hochschulen verfügen über sehr viele Partnerhochschulen in verschiedensten Ländern. Die Studierenden sollten sich frühzeitig über die Möglichkeit der Anerkennung im Ausland erbrachter Studienleistungen informieren.

    Im Projekt hochschule dual international (2011 bis 2015) wird die Internationalisierung des dualen Studiums weiter ausgebaut. Seit 2015 setzt das Projekt „Study & Work International – Aus Bayern in die Welt“ einen besonderen Schwerpunkt auf den Aufbau einer bayernweiten Praktikumsbörse zur Vermittlung von Praktika im Ausland.

    Kann mein Unternehmen mitbestimmen, welche Fächer die Studierenden im dualen Studium an der Hochschule belegen?

    Bis zu einem gewissen Grad, ja: Im späteren Studienverlauf haben die Studierenden die Möglichkeit, verschiedene Studienschwerpunkte zu wählen. Hier ist es sinnvoll, wenn die Studierenden Schwerpunkt- und Wahlfächer belegen, die inhaltlich zu den Praxiseinsätzen im Unternehmen passen. Idealerweise treffen Unternehmen und Studierende die Fächerauswahl gemeinsam.

    Ist im Unternehmen eine gesonderte Betreuung der dual Studierenden erforderlich?

    Es ist sinnvoll, ein Programm für die betrieblichen Phasen zu definieren, das die dual Studierenden Schritt für Schritt auf die späteren Tätigkeiten im Unternehmen vorbereitet. Beim Verbundstudium ist zusätzlich der Berufsausbildungsplan der Kammer zu berücksichtigen. Im Sinne einer Partnerschaft zwischen Hochschule und Betrieb sollten die Studierenden eine/n Mentor/in im Unternehmen haben, der/die die Einsätze der dual Studierenden im Unternehmen koordiniert, sich um die fachliche Begleitung während der Praxisphasen kümmert, die Studien- und Prüfungsordnung des jeweiligen Studiengangs kennt und mit der Hochschule regelmäßig in Kontakt steht.

    Was passiert bei Studienabbruch? Welche Sicherheiten hat das Unternehmen?

    Im Falle einer Nichtzulassung zum Studium an der Hochschule – insbesondere bei Nichterreichen des „Numerus clausus“ – kann im Verbundstudium ein Berufsausbildungsverhältnis eingegangen werden.

    Bei Nichtbestehen einer Prüfung an der Hochschule, die eine Verlängerung oder Beendigung des Studiums bedeutet, endet grundsätzlich das Vertragsverhältnis des Vertrages über das duale Studium, es sei denn, der Betrieb stimmt einer entsprechenden Verlängerung zu. Dies kann bereits im Vertrag über das duale Studium geregelt werden. Im Falle der Beendigung des Studiums bleibt das Berufsausbildungsverhältnis unberührt.

    Bei Nichtbestehen der IHK-Abschlussprüfung endet das Berufsausbildungsverhältnis nach § 21 Berufsbildungsgesetzes (BBiG), es sei denn, der Berufsausbildungsvertrag wird nach § 21 Absatz 3 BBiG verlängert. Mit dem Antrag auf Verlängerung vereinbaren das Unternehmen und der/die Teilnehmer/in, ob auch der Vertrag über das duale Studium verlängert wird.

    Grundsätzlich gelten die vertraglich vereinbarten Regelungen.

    Was passiert bei Wechsel bzw. Kündigung des/der Arbeitgebers/in?

    Im Verbundstudium
    Eine Kündigung vor und während der Probezeit ist ohne Angaben von Gründen unter Einhaltung der vereinbarten Frist möglich. Wollen die Verbundstudierenden während der beruflichen Ausbildungszeit das Unternehmen bei gleichbleibender Ausbildungsrichtung wechseln, so kann das nur im gegenseitigen Einverständnis passieren (vgl. Mustervertrag).
    Eine Kündigung des Berufsausbildungsvertrages nach der Probezeit kann vom/von der Arbeitgeber/in oder den Verbundstudierenden nur aus wichtigem Grund erfolgen. Generell sind die Verbundstudierenden an den Berufsausbildungsvertrag gebunden. Bevor eine Kündigung oder ein Wechsel der Unternehmens erfolgt, sollte ein Beratungsgespräch mit dem/der Ausbildungsberater/in der IHK bzw. HWK gesucht werden.

    Im Studium mit vertiefter Praxis
    Eine Kündigung vor und während der Probezeit ist ohne Angaben von Gründen unter Einhaltung der vereinbarten Frist möglich. Will der Studierende während des dualen Studiums den Arbeitgeber wechseln, so kann das nur im gegenseitigen Einverständnis passieren (vgl. Mustervertrag). Nach Ablauf der Probezeit besteht unter Einhaltung der vereinbarten Fristen die Möglichkeit zur ordentlichen Kündigung.
    Grundsätzlich gelten die gesetzlichen und vertraglich vereinbarten Regelungen.

    Wie erfolgt die Bewerbung, Einschreibung und Rückmeldung im dualen Studium an der Hochschule?

    Nachdem die zukünftigen dual Studierenden vom Unternehmen ausgewählt worden sind, bewerben sie sich um einen Studienplatz innerhalb der Bewerbungsfristen an der Hochschule. (Bewerbungsfrist Wintersemester Bachelorstudiengang: 02. Mai – 15. Juli; Bewerbungsfrist Sommersemester Bachelorstudiengang: Mitte November – 15. Januar)

    Damit sie den Studienplatz erhalten, muss bei einem zulassungsbeschränkten Studiengang neben den regulären Zulassungsvoraussetzungen der Numerus Clausus erfüllt werden. Werden die zukünftigen dual Studierenden für das Studium zugelassen, so müssen sie sich persönlich an der Hochschule einschreiben (immatrikulieren).

    Nach Ablauf eines jeden Semesters sind sie verpflichtet, sich innerhalb bestimmter Fristen an der Hochschule zurückzumelden. Erfolgt die Rückmeldung nicht, so werden die dual Studierenden exmatrikuliert.

    Wer hält die Urheberrechte an der Bachelor bzw. Master Arbeit?

    Die Studierenden haben das Urheberrecht an der selbstständig angefertigten Abschlussarbeit, d.h. sie allein können darüber entscheiden, ob und in welcher Form und wie lange sie Anderen Nutzungsrechte an der Arbeit einräumen. Die Studierenden sind nicht verpflichtet, dem Unternehmen oder der Hochschule Nutzungsrechte an der Arbeit einzuräumen, sie können es aber tun. Ein Sperrvermerk für die Arbeit kann an der Hochschule hinterlegt werden, dies bedeutet, dass die Abschlussarbeit niemandem zur Kenntnis gereicht werden darf, außer den am Prüfungsverfahren beteiligten Prüfer/innen.
    Eine im Rahmen der Arbeit neu entwickelte Idee im Sinne einer Erfindung kann dem Unternehmen zustehen, wenn sie maßgeblich auf Erfahrungen und Arbeiten des Betriebs beruht. Die Studierenden haben gegen das Unternehmen einen Anspruch auf angemessene Vergütung, sobald das Unternehmen die Erfindung in Anspruch genommen hat. Einzelheiten regeln das Arbeitnehmererfindungsgesetz und die zugehörigen Vergütungsrichtlinien.

    Wie erfolgt die Vorwegzulassung im Verbundstudium?

    Vorwegzulassung
    Beginnt der Studiengang der Verbundstudierenden mit einer 12- bis 14-monatigen Ausbildungsphase im Unternehmen vor Antritt des Hochschulstudiums, können sie sich dennoch schon ein Jahr vor Aufnahme des Studiums um einen Studienplatz bewerben. Die angenommenen dual Studierenden erhalten dabei einen Zulassungsbescheid vor Beginn der Berufsausbildung (Vorwegzulassung). Falls der Studiengang einen NC verlangt, gilt der NC zum Zeitpunkt der Studienplatzbewerbung (relevant ist damit der ein Jahr vor der tatsächlichen Studienaufnahme geltende NC).
    Haben die dual Studierenden ihren Zulassungsbescheid vor Beginn der Berufsausbildung erhalten, müssen sie sich ein zweites Mal im darauf folgenden Jahr bei der Hochschule innerhalb der Fristen bewerben mit Nachweis ihrer Verträge über das duale Studium und ihres bereits erworbenen Zulassungsbescheids sowie mit allen weiteren Unterlagen.
    Natürlich können sich Ihre Verbundstudierenden auch während des ersten Ausbildungsjahres um einen Studienplatz an der Hochschule bewerben.
     
    Vorabquote im Verbundstudium
    An den Hochschulen sind 4 % aller Studienplätze für Verbundstudierende reserviert. Wird diese Quote an der jeweiligen Hochschule unterschritten, können NC oder andere Zulassungsbedingungen entfallen. (Gesetz über die Hochschulzulassung in Bayern (Bayerisches Hochschulzulassungsgesetz - BayHZG) vom 9. Mai 2007, Art. 6 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 5 Abs. 3 Satz 3.)

    Muss ein Praxisbericht über die Praxisphasen geschrieben werden?

    Verbundstudierende verfassen während Ihrer Ausbildungszeit ein Berichtsheft. Dieses ist notwendig um die absolvierten Praxisphasen für die Kammerprüfung nachzuweisen. Für die Hochschule wird ausschließlich während dem Praxissemester (in der Regel zwischen 4. und 6. Semester) ein Praxisbericht verfasst. Umfang und Thema sind mit der jeweiligen Hochschule abzustimmen. Studierende im Studium mit vertiefter Praxis verfassen nur den Praxisbericht während des Praxissemesters. Über alle anderen Praxisphasen in den vorlesungsfreien Zeiten werden keine Praxisberichte erstellt, außer das Unternehmen (Arbeitgeber/in) verlangt diese.